Etwas Kurioses und Schönes. Vielleicht kein absolutes Meisterwerk, aber ein Indikator für die Kreativität des sizilianisch-amerikanischen Frank ("Francesco") Zappa
Am 13. Mai 1968 erschien das Album Lumpy Gravy von Frank Zappa bei Verve.
Es gab eine erste Aufnahme für Capitol und eine inoffizielle Veröffentlichung im August 1967, die ein juristisches Durcheinander auslöste. Also: Das Full-Lenght sorgte schon vor seiner offiziellen Veröffentlichung für Gesprächsstoff! Nicht schlecht für ein Album, das von zeitgenössischer, experimenteller und avantgardistischer Musik inspiriert ist. (Inspirationsquelle: John Cage und vor allem natürlich Edgar Varese - "musique concrète".)
Lumpy Gravy wurde gleichzeitig mit We’re Only in It for the Money produziert und Zappa betrachtete es als den zweiten Teil einer konzeptionellen Kontinuität, die später sein letztes Album Civilization Phaze III umfasste.
Zwei epische Suiten von jeweils mehr als 15 Minuten Länge bedecken jede Seite dieser CD und sind in zwölf bzw. zehn Abschnitte unterteilt, was ihrer Entwicklung eine gewisse Reibungslosigkeit verleiht. Zappa verzichtete auf Gitarre und Gesang - zumindest teilweise - und widmete sich stattdessen dem Dirigieren und Arrangieren.
Klar sind die Einflüsse von Varèse in Frank Zappas Werken: "Die Verwendung von Klangblöcken, das Primat von Klangfarbe gegenüber Tonlage sowie variierende Taktzahlen, all das sind Kennzeichen von Varèses Schaffen" (so der Schriftsteller Barry Miles in Zappa: A Biography, 2005).
Frank Zappa und Edgar(d) Varèse: Meister der schrägen Klänge
Für Lumpy Gravy leitete Frank Vincent Zappa ein Ensemble, das er "Abnuceals Emuukha Electric Symphony Orchestra & Chorus" nannte. Im Laufe der beiden 16-minütigen Stücke hatte er rund sechzig Musiker zur Verfügung, darunter elf Holz- und Blechbläser, sechzehn Streicher, fünf Gitarristen, fünf Bassisten, sieben Schlagzeuger und Perkussionisten sowie rund zwanzig Backgroundsänger.
Das ambitionierte Werk war das allererste Album des Ausnahmemusikers unter seinem eigenen Namen, wenn wir von den Mothers of Invention einmal absehen. Ein anspruchsvolles Werk, das sich in die lange Reihe der Kuriositäten und/oder Überraschungen einfügt, mit denen uns der Musiker aus Baltimore im Laufe seiner Karriere verwöhnt hat.
In einem Interview mit seiner Witwe Gail erklärte diese, dass Zappa in seinem späten Lebensabend jedes Album letztlich nur als Teil derselben Komposition betrachtete und das Ganze ein großes musikalisches Werk darstellte.
Wie gesagt: Er hielt für seine absoluten Meisterwerke eben Lumpy Gravy, We’re Only In It For The Money (1968 mit den Mothers) und Civilization Phase III, das posthume Album, das 1994 veröffentlicht wurde.
Zum (Wieder-)Entdecken vonLumpy Gravy: am Besten in der von Rykodisc remasterten Version von 1995.
Tracks
1. Lumpy Gravy Part One (15:48) :
- a. The Way I See It, Barry
- b. Duodenum
- c. Oh No
- d. Bit of Nostalgia
- e. It's from Kansas
- f. Bored Out 90 Over
- g. Almost Chinese
- h. Switching Girls
- i. Oh No Again
- j. At the Gas Station
- k. Another Pickup
- l. I Don't Know If I Can Go Through This Again
2. Lumpy Gravy Part Two (15:51) :
- a. Very Distraughtening
- b. White Ugliness
- c. Amen
- d. Just One More Time
- e. A Vicious Circle
- f. King Kong
- g. Drums Are Too Noisy
- h. Kangaroos
- i. Envelops the Bath Tub
- j. Take Your Clothes Off
Line up :
Frank Zappa (Komponist, Arrangeur, Dirigent & Produzent)
Mit:
Dennis Budimir, Al Viola, Tommy Tedesco, Tony Rizzi (Gitarren)
Paul Smith, Michael Lang, Jimmy Haynes, Lincoln Mayorga (Klavier, Cembali, Celesta)
Richard Parissi, Arthur Maebe (Horn)
Jimmy Zito (Trompete)
Kenny Shroyer (Posaune)
John Rotella (andere Blechblasinstrumente, Schlagzeug)
Roy Estrada, Bob West, Chuck Berghofer, Jimmy Bond (Bass)
John Guerin, Frank Capp, Shelly Manne (Schlagzeug)
Victor Feldman, Alan & Jim Estes, Emil Richards (Perkussion)
Abnuceals Emuukha Electric Symphony Orchestra (Streicher, Blechbläser & Chöre)
Seine Kindheit war von schweren Schicksalsschlägen geprägt. Er stammte aus ärmlichen Verhältnisse und mit sieben erblindete er.
Ray Charles war ein multitalentierter, blinder, afroamerikanischer Musiker. Er wird auch als der "Hohepriester des Soul" bezeichnet. Andere Bezeichnungen: "The Genius", "Brother Ray".
"Georgia On My Mind"
"Hit the Road Jack"
Ray Charles wurde am 23. September 1930 in Albany, Georgia, in extreme Armut hineingeboren. Sein abwesender Vater, Bailey Robinson, war ein eingewanderter Eisenbahnarbeiter, der seinen Sohn nie kennenlernte. Ray und seine geliebte Mutter Aretha zogen nach Greenville, Florida, als der Junge sechs Monate alt war. Später, als neugieriges, musikalisches Kind mit starkem Rhythmusgefühl, hörte er neben der wöchentlichen Grand Ole Opry und der Gospelmusik seiner Baptistenkirche vor allem Blues und Swing.
Es waren harte Zeiten. In der baufälligen Unterkunft, wo Ray Charles aufwuchs, gabs nicht mal fließendes Wasser. In seiner Autobiografie 'Brother Ray' erinnerte sich der Musiker daran, dass „wir selbst im Vergleich zu den anderen Schwarzen in Greenville ganz unten auf der Leiter standen“.
"Easy Riding Gal"
Hinzu kamen weitere Schicksalsschläge. Im Alter von fünf Jahren musste Ray hilflos mit ansehen, wie sein vierjähriger Bruder George in einer Waschwanne ertrank. Danach verschlechterte sich seine Sehkraft aufgrund eines Glaukoms erheblich, und da man sich keine ärztliche Behandlung leisten konnte, erblindete er im Alter von sieben Jahren vollständig.
Charles besuchte daraufhin eine staatliche Schule für Taube und Blinde in St. Augustine, Florida.
"Mess Around"
"I Got A Woman"
Er lernte lesen, komponieren und Musik in Blindenschrift zu schreiben. Dazu Klarinette, Trompete, Saxophon und Keyboard. Obwohl er an der St. Augustine Schule mit klassischer Musik vertraut wurde, machte er seine ersten Erfahrungen als Klavierspieler am Instrument von Wylie Pittman, einem lokalen Lebensmittelhändler und Boogie-Spieler.
Am meisten beeinflussten ihn Jazz-Pianisten wie Art Tatum, Bud Powell, King Cole und Oscar Peterson. Mit zwölf Jahren war Ray Charles angeblich dazu in der Lage, alle Teile einer Big Band oder eines Orchesters zu arrangieren und zu instrumentieren... Trotzdem: selbst das Überleben war schwierig, als Musiker und nicht nur. Schwarze wurden unterdrückt und in vielen Lebensbereichen ausgegrenzt. Keine guten Zukunftsausichten für den dunkelhäutigen Ray Charles.
"What Have I Done"
"All To Myself Alone"
Kurz vor seinem fünfzehnten Geburtstag starb unerwartet seine Mutter, die wichtigste Bezugsperson in seinem Leben. Sein Vater war einige Jahre zuvor ebenfalls gestorben. Ray Charles brach daraufhin die Schule ab und versuchte, seinen Lebensunterhalt ernsthaft mit Musik zu verdienen. Greenville war aber nicht der richtige Ort um eine Musikerkarriere zu starten. Auf der Suche nach Arbeit zog der Teenager nach Jacksonville, Florida, wo er kleinere Nebenjobs als Sänger ergattern konnte und wo er ab und zu bei Musikbands unterkam. Dabei nahm er seine ersten Demos auf.
"I Wonder Who's Kissing Her Now"
Mit siebzehn Jahren reiste der immer noch hungriger Ray Charles an die Westküste der USA und ließ sich eine Zeit lang in Seattle nieder. Dort traf er Quincy Jones und Bumps Blackwell, den Produzenten von Little Richard. Charles stellte zudem erfolgreich ein Trio aus Gitarre, Bass und Klavier zusammen. Das Trio erregte schließlich die Aufmerksamkeit von Jack Lauderdale, einem alteingesessenen Veteranen der Musikindustrie. Um 1950 zog Ray weiter nach Los Angeles und nahm Platten für Lauderdales Label "Swing Time" auf. Zur gleichen Zeit wurde er zum ersten Mal Vater. (Am Ende seines Leben standen ihm zwölf Kinder von zehn verschiedenen Frauen zu Buche.)
"Heartbreaker"
In den 1950er Jahren war er ein Pionier der Soulmusik, indem er verschiedene Genren - Rhythm & Blues-, Gospel, Blues - in seine frühen Aufnahmen einfließen ließ. Hitsongs wie "What I’d Say" und "Georgia On My Mind" bildeten den Beginn des internationalen Pop-Erfolgs.
"What I'd Say"
Charles war ein beliebter Performer. Zahlreich sind seine TV- und Filmauftritten gewesen. 1986 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und gewann 1987 den Grammy Lifetime Achievement Award.
"Hey Now"
Ray Charles im Film The Blues Brothers
Ronnie Lamarque - "(Night Time Is) The Right Time" (Cover eines Ray Charles Liedes)
Die Themen bleiben die gleichen. Nur die Häufigkeit der Posts wird sich bessern: Ich will in der Tat mindestens ein Artikelchen jede Woche veröffentlichen...
Profil von Rockpolitrix:
Untertitel: 'Stereophonische Gedanken'.
Dieses Blog beschäftigt sich mit Themen, die Musikliebhabern interessieren. Progressive Rock ist der Hauptpunkt, aber ich rezensiere auch Klassik, Jazz, Pop... und natürlich Konzerte und ähnliche Events.
Das werde ich bestimmt nicht verpassen: das Mo' Blow Quartet wird wieder an das Burghausen Jazz Festival teilnehmen!!
Mo' Blow aus Berlin ist längst Kult. Die groovigen-funkigen Jungs sind: Felix F. Falk (Saxofone), Matti Klein (Rhodes), Tobias Fleischer (Bass) und André Seidel (Schlagzeug). Unverwechselbar und original. Und -- 100% Spass.
Sehr reich und vielfaltig wie immer das diesjährige IG Jazz Burghausen / Sektion "Jazz im Herbst". (In Jazzkeller und Stadtsaal).
[A propos: weiss jemand, wofür die zwei Buchstaben I und G stehen??? Sie sind die Abkürzung von... Ja, genau!]
Morgen (Sa. den 19. Okt.) wird "Teufelsgeiger" Adam Baldych mit seinem Imaginary Quartet(eine Formation aus Polen) uns allen zeigen, was mit Violine im Jazz möglich ist. Baldych steht in einer langen Tradition herausragender Jazz-Violinisten: Zbigniew Seifert, Michal Urbaniak, Krzesimir Debski, Henryk Gembalski...
20 Uhr, Jazzkeller.
Bruno Renzi ist ein begnadeter Klavierspieler und seine brandneue CD Vita vissuta ("Erlebtes Leben") ist berührend, ans Herz gehend, stellenweise witzig.
Man braucht nicht Italienisch zu können, um zu verstehen, dass es sich bei den Liedern um Liebe, Sehnsüchte und Vergangenheitsbewältigung handelt. Das ganze in schönen Melodien verpackt: ein sehr romantisches Werk mit existentiellem Hintergrund.
Stylistisch erinnert Vita vissuta an Paolo Contes Welthits, aber Renzi ist nicht unbedingt glücklich mit dem Vergleich. Er attestiert sich selbst Originalität. Auch weil er zum Jazz relativ spät gekommen ist. Heute swingt und jazzt er gern mit seinem Trio (Jochen Enthammer an den Drums, Dave Lewis am Kontrabass), dennoch fing alles ganz anders an: mit Klassicher Musik und den Hits aus Bella Italia.
Mit Günther Skitschak "open air" in Italien:
Das Bruno Renzi Trio im Münchner Schlachthof. Von links: Jochen Enthammer, Renzi, Dave Lewis
Das Leben führte ihn von Toskana nach Bayern. Er hat mal hinter den Tresen gearbeitet, aber eigentlich geht es ihm um etwas anderes: um Musik eben. In diesen Liedern sucht er Antworten auf Fragen des Lebens...
Das Bruno Renzi Trio mit Alexandra Sieberlive in Ebersberg. Die Merkur-Online hat den Italiener "genial" genannt.
Aus dem klavierspielenden Barman ist längst ein ernstzunehmender Künstler geworden, der mit raffiniertem Pop und radiotauglichen Jazz-Songs eine schöne Platte abgeliefert hat. Perfekt zum träumen, zum Relaxen, aber auch zum Nachdenken: Vita vissuta.
Frederick DeWayne "Freddie" Hubbard, US-amerikanischer Jazzmusiker (Trompete, Flügelhorn), ist von uns gegangen. Vor einem Monat erlitt er eine Herzattacke von der er sich nicht mehr erholte. Seinen letzten Auftritt gab er im Juli 2008 in New York.
Mit seinem Trompetenspiel war Hubbard wegweisend für unzählige Musiker nach ihm. Geboren am 7. 4. 1938 in Indianapolis, begann er seine Karriere mit Wes und Monk Montgomery bevor er 1958 - mit 20 Jahren - nach New York zog, wo er mit seinen Jazz-Improvisationen und Kompositionen schnell berühmt wurde. Beeinflusst wurde sein Stil von Dizzy Gillespie, Miles Davis und Clifford Brown, aber wie er später in einem Interview betonte, seine größte Inspiration verdankte er den Saxophonisten und insbesondere Coltranes "sheets of sound".
1960 veröffentlichte er Open Sesame als sein erstes Album. Der Durchbruch gelang ihm 1961 mit der Aufnahme Ready for Freddie mit dem Saxophonisten Wayne Shorter. Innerhalb weniger Jahre entwickelte Hubbard seinen eigenen Stil und wurde zu einem der wichtigsten Musiker im Funk, Soul und Free Jazz.
Auf seinem Schaffensweg arbeitete er mit Jazz-Kalibern wie Thelonius Monk, Miles Davis, Cannonball Adderley, Sonny Rollins, John Coltrane, Art Blakey, Ornette Coleman, Eric Dolphy und Herbie Hancock zusammen. Hubbard spielte beim Label Blue Note Records 1960 bis 1965 acht Alben als Bandleader ein, die meisten dieser Einspielungen gelten heute als Klassiker. 1972 wurde er für sein Album First Light mit dem Grammy ausgezeichnet. Weitere wichtige Platten waren in den frühen 70er Jahren Red Clay, Straight Life und Sky Dive. Später warfen ihm Kritiker gelegentlich vor, zu sehr auf Mainstream und Kommerz zu setzen.
Eins ist sicher: mit seinem energischen aber gleichzeitig melodischen Stil hat der schwarze Musiker eine ganze Generation von Jazz- und Bebop-Trompetern beeinflusst. R.I.P.
Der weiße Musiker mit der schwarzen Stimme wird 60
Schon al 14-Jähriger trat Steve Winwood der Spencer Davis Group und peitschte sie von 1963 bis 1967 mit seiner besonderen Stimme zu Hits wie "Keep On Running", "Gimme Some Loving" und "I'm A Man". Danach kamen Meilensteine der Rockgeschichte wie Traffic (gegründet zusammen mit Chris Wood, Jim Capaldi und Dave Mason) und Blind Faith (mit Eric Clapton, Ginger Baker und Ric Grech von Family). In dieser Zeit war er bereits als "der Mozart der Popmusik" bekannt, aufgrund seiner anspruchsvollen, vielschichtigen Songs. Daraufhin begann Winwood seine Solo-Karriere. Auf dem Debütalbum Steve Winwood (1977) folgten Arc Of A Diver (1980), Talking Back To The Night (1982)... bis zu seinem letzten Werk mit dem vielsagenden Titel Nine Lives (2008). Und man darf sicher sein, daß der schweigsame Engländer das letzte Kapitel seiner Laufbahn noch nicht geschrieben hat.
Als David Gilmour im Mai 2006 in der alterwürdigen Royal Albert Hall mit Gästen wie David Bowie, Phil Manzanera oder Richard Wright an drei Tagen zu absoluter Höchstform auflief, kam es zu einer ergreifenden Szene. Zu einem Song kam der seit 1973 an den Rollstuhl gefesselte Robert Wyatt auf die Bühne, spielte seine Trompete und wurde mit Ovationen verabschiedet. Es war im Verlauf eines Vierteljahrhunderts einer der extrem seltenen öffentliche Auftritte eines Ausnahmemusikers, der im gut geschulten englischen Pop-Bewußtsein als Größe fest verankert ist. Ex-Soft Machine Drummer/Sänger und Indie-Legende Wyatt schenkte der Welt wunderbare Alben und Klassiker. Comicopera reiht sich da nahtlos ein, lebt der nicht zu verbiegende Sonderling doch seine Liebe zu den Genres aus, die immer wieder im Zentrum seiner kauzigen Songs stehen: Progressiv- und Art-Rock wie vor allem Jazz. Mit einer Komischen Oper hat das Werk, rein gesangstechnisch betrachtet, nichts zu tun. Vielmehr aber mit unerhörten und teilweise exotischen Melodien. Wie so oft pendeln Wyatts Songs auch auf Comicopera zwischen Struktur und Improvisation, zwischen Fragilität und Melancholie. Selbst in den beinahe heiteren Momenten wie dem von Steeldrums geprägten "On The Town Square" dringt Schwere durch, die wie in der Hommage an den jung verstorbenen spanischen Dichter und Maler Garcia Lorca auch in verwirrende Klänge und Drohkulissen umschlagen kann. Genau das Gegenteil bildet "Del Mondo", eine todsterbensschöne Nummer, die der auch auf diesem Album abwechselnd spanisch, englisch und auch italienisch singende, einstige Ausnahmedrummer Wyatt mit seiner einzigartigen Stimme weiteren Glanz verleiht. Der 62-Jährige spielt mittlerweile viel öfter - auch auf diesem Album - eine ganz feine und zugleich ungeschliffene Trompete, nicht mehr nur Perkussion und Keyboards. Wyatt hat viele Gastmusiker zusammengetrommelt, die bereits seit vielen Jahren zu seinen Freunden zählen, darunter auch so berühmte Namen wie Brian Eno, Paul Weller und Phil Manzanera.
Hackbrett, Akkordeon, Geige und Kontrabass: das sind die Luftmentschn. Luftmentschn? Ja. Das Wort ist jiddisch und heißt übersetzt "arme Menschen ohne festen Beruf". Um diesen Status zu bestätigen, treten die vier Musiker barfuß auf...
Weltmusik, die zauberhaft spielerisch wirkt
Die Luftmentschn sind Thomas Gruber (Hackbrett, Diatonische), Rainer Gruber (Akkordeon, Gitarre), Michael Fenzl (Kontrabass) und Florian Starflinger (Geige, Bratsche). Kennengelernt haben sie sich in der Berufsfachschule für Musik in Altötting. Alle vier haben sich vor allem für Balkan-Musik, südamerikanische Rythmen und Klezmer interessiert, aber von "jamaikanischer Polka" bis zum Irischen Folklore kann das Publikum ihrer Konzerte von keinen ungewöhnlichen Klängen sicher sein.
Tatsache ist, dies Ensemble spielt echt gut, mit unbändiger Freude und Originalität. Rockpolitrix hat es live erlebt und kann bestätigen, dass die vier nicht nur begnadigte Künstler, sondern auch voll Witz und Charme sind.
Seit 2005 werden die Luftmentschn von der Yehudi–Menuhin-Initiative "Live Music Now" gefördert, was einer Art Ehrendoktorat für Musizierende entspricht. Ihre CDs sind wohl eher schwierig in größeren Elektromärkten zu finden, aber auf der Homepage der Band ist es möglich, sie direkt zu bestellen.