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17 August, 2016
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18 Februar, 2012
21 Juli, 2006
Essaybuch über Hans Werner Henze
Die Nähe seines Œuvres zu Wort und Bild steht im Zentrum des Hans Werner Henze gewidmeten Musik-Konzepte-Bandes 'Musik und Sprache'. Der deutsche Komponist ist am 1. Juli 80-jährig geworden. Er war krank, sehr krank, schwer gestürzt im eigenen Haus, lag lange im Koma. Jetzt arbeitet er wieder und ist dabei, seine neue Oper Phaedra zu komponieren. Das Werk, ein Ko-Auftrag mehrerer europäischer Opernhäuser, soll im Herbst 2007 an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin uraufgeführt werden.
Henzes Musik, so Herausgeber Ulrich Tadday im Vorwort, öffne sich für aussermusikalische Bedeutungen, verweise auf Literatur, Malerei, Theater, auf geschichtlich gebundene Erscheinungsformen von Kultur und Natur.
"Genie der Wandlungsfähigkeit" und "Talentreichster seiner Generation" lauteten die Titel, die ihm Kritiker gaben. Andere stuften ihn als "Postmodernen" ein, als "Einzelgänger der Moderne". Immer wieder tat er sich mit Autoren zusammen, 1973 mit Hans Magnus Enzensberger für "La Cubana", in der er seine desillusionierten Vorstellungen vom Kommunismus auf Kuba reflektierte. Seit dieser Zeit gilt Henze auch als "politischer Künstler". Seine Kunst wolle er in den Dienst der Gesellschaft stellen, der Veränderung, der Revolution, meinte er einst. Es war der Geist der Studentenbewegung, die ihn damals erfasste, und wie immer duldete er kein Mittelmaß: Er widmete Che Guevara sein Oratorium Das Floß der Medusa. Die Uraufführung in Hamburg wurde zum Skandal: Der RIAS-Chor weigerte sich, unter einer roten Flagge zu singen, es kam zu Tumulten, die Polizei griff ein. Das Konzert wurde für beendet erklärt, bevor ein einziger Ton erklungen war. So war das damals. Im der nächsten Saison wird das Werk von den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle aufgeführt - so ändern sich die Zeiten.
Jens Brockmeier untersucht in seinem Beitrag Eine Sprache in harter Währung das von Henze in den Nachkriegsjahren verfolgte Projekt der musikalischen Sprachlichkeit, der Wort-Ton-Beziehungen, seine Erfahrungen in Italien und die Zusammenarbeit mit Ingeborg Bachmann.
Der Essay Hartmut Lücks befasst sich mit den Literarischen Bilderwelten in Henzes früher vokaler Kammermusik bis Mitte der Sechzigerjahre. Im Mittelpunkt stehen einige Texte der den Komponisten inspirierenden Dichter (Walt Whitman, Georg Trakl, Lope de Vega, Hölderin, Arthur Rimbaud, Elsa Morante) und ihre Umsetzung in expressiven, farbenreichen Werken.
In Das Floß der 'Medusa' von Henze und Schnabel. Ein Kunstwerk im Schatten seiner Rezeption gibt Peter Petersen eine detaillierte Analyse des 1968 in Hamburg uraufgeführten Oratoriums (Texte und Sprachen, imaginäres Theater, Vokalität, die dem Opus zugrunde liegende Zwölfton- und Rhythmusreihe, die Tune-Technik, die revidierte Fassung von 1990).
Klaus Oehl widmet sich in Oper auf der Couch Henzes früher dodekaphonischer Funkoper Ein Landarzt (1951) nach Kafkas Erzählung aus dem Jahr 1917, verfolgt die Entstehung von der Idee der ersten Kafka-Oper bis zu ihrer Ursendung, beleuchtet Handlung und surreale Bildwelten, die Figuren und Henzes Umsetzung des Textes zu einer surrealen Oper.
Überlegungen zur Funktion des Exotischen im Werk Henzes stellt Marion Fürst in ihrem Beitrag Das Fremde im Blick an. Sie verfolgt die Spuren, die aussereuropäische Klänge, Melodien, Rhythmen, Tänze und Volksmusiken in Henzes Schaffen hinterlassen haben, das geprägt ist durch die Spannung zwischen Identifikation und Distanz, Tradition und Innovation.
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Hans Werner Henze. Musik und Sprache. Reihe Musik-Konzepte, Band 132. Neue Folge, herausgegeben von Ulrich Tadday. IV/2006, edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, München. 132 Seiten mit zahlreichen Notenbeispielen, Faksimiles und Tabellen. Bei Amazon kaufen
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Einladung zum Hören:
(NDR Sinfonieorchester)
Mp3-Beispiele:
1 (Drei Sinfonische Etüden für Großes Orchester: Nr. 3) - 2 (Nachtstücke und Arien: Aria I)
Mp3s aus anderen Henze-Werken:
3 - 4 - 5 - 6 - 7
27 Januar, 2006
Amadè
"Wenn Mozart heute lebte, wäre er Rock'n'Roll-Musiker und kein Klassiker. Schon damals war er ein Unterhalter und seinen Zeitgenossen weit voraus."
(Falco, österreichischer Popstar)
Heute vor 250 Jahren wurde Wolfgang Amadeus Mozart geboren. Kein anderer Komponist drang so tief - und gleichzeitig so natürlich entwaffnend - in die menschliche Seele ein. Selbst wer in Mozart keine Unendlichkeit spürt, wird immer noch sagen: "Das ist schön".
Er schrieb so ansprechend wie kein anderer, so viel Eintracht wie bei ihm herrscht selten. An Bach stört den einen die Gelehrsamkeit, den anderen langweilt Beethovens Pathos, aber Mozarts Musik bezaubert durch ihre springlebendige Offenheit, Freundlichkeit und Humanität. Keine Heiterkeit ohne komplexen Unterbau, keine fiese Opernfigur, der die Musik nicht doch Verständnis entgegenbrächte. Und wo sich abgründige Stimmungen auftun, bringt Mozart auch diese wieder in die Balance - alles wird gut...
Unscharf bleibt sein Charakter. Mozarts Schwester Nannerl attestiert ihm - vielleicht aus Eifersucht? -, er sei nie erwachsen geworden. Das Bild vom genialen Kindskopf hat sich festgesetzt, passt es doch so gut zu der federleichten Anmutung, die seine Musik bei oberflächlichem Abhören besitzt. Und es wird scheinbar bestätigt durch die pubertären Fäkalscherze in der Korrespondenz mit der Familie und in den "Bäsle-Briefen", die er noch als 21-Jähriger mit seiner Cousine Anna Thekla wechselte. Dabei sind Fragen nach Mozarts Wesen für seine Musik ganz unerheblich. Ihr lassen sich keine Stimmungen, Schwankungen oder Sorgen ablauschen, Mozart versteckt sich hinter ihrer Liebenswürdigkeit.
War seine Musik "einfach"? Nee. Ein zeitgenössisches Komponistenlexikon schrieb über Mozart, es sei schwierig für ein "ungeübtes Ohr, seinen Werken zu folgen". Die geniale Kunst bestand eben darin, formale Raffinessen in melodiöser Klarheit zu verstecken. Doch Mozart konnte natürlich auch anders - das beste Beispiel dafür ist KV 465, mit dem passenden Titel "Dissonanzenquartett".
Eine Zeile, die er über die Musik im Allgemeinen und über sein Komponieren im Besonderen schrieb, klingt erleuchtend: Es sei an der Zeit, "dass die Musik bald einen Arsch bekommt... denn das ist das notwendigste; einen Kopf hat sie bereits".
"Mozarts Musik ist so rein und schön, dass ich sie als die innere Schönheit des Universums selbst ansehe."
(Albert Einstein, deutscher Physiker)
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Auch Rockpolitrix hat einen Mozart-Favorit: das Klavierkonzert A-Dur, KV 414.
17 Januar, 2006
2006 ist das Mozart-Jahr
Hier das Präsentations-Video
Kaum ein Festival oder Opernhaus, das im Mozart-Jahr nicht ein Werk des großen Komponisten auf dem Spielplan hätte. Auch Ausstellungen erinnern an Leben und Werk Mozarts. Eine Übersicht über die wichtigsten Veranstaltungen in Europa:
- Mozartjahr in Österreich
- Mozartjahr in Salzburg
- Salzburger Festspiele
- Mozartjahr in Wien
- Mozartstadt Augsburg
- Mozartjahr in Prag
- Würzburger Mozartfest
- Europäische Mozartstädte


