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14 April, 2025

Alles Gute zum Geburtstag, Sonja Kristina!

Happy Birthday! an Sonja Kristina Linwood,

geb. Sonja Christina Shaw,

bekannt als Sonja Kristina

(14.4.1949 in Brentwood, GB).



 Vom Folk-Rock zum Prog-Rock

    Curved Air, 1972 - Französisches Fernsehen


Ohne ihre Frontfrau Sonja Kristina wäre Curved Air nie die Band geworden, die sie war!



Die Engländerin Sonja Kristina hatte bereits einen guten Namen in der Londoner Folk-Szene und sogar einige Auftritte im britischen TV als "Sonja" hinter sich, bevor sie 1968 eine tragende Rolle in dem Musical Hair erhielt. Nebenher sang sie noch in anderen Bands (beispielweise vertrat sie Sandy Denny bei Strawbs), bevor sie am 1. Januar 1970 die offizielle Einladung erhielt, als Sängerin bei Curved Air einzusteigen. Ein Angebot, das sie natürlich nicht ausschlagen konnte. Als 1976 nach sieben Alben (sechsmal Studio, einmal Live) erstmal Schluß mit der Band war, kehrte sie ans Theater zurück, ohne die Musik jedoch gänzlich an den Nagel zu hängen. 1980 erschien schließlich ihr erstes, gleichnamiges Soloalbum, das elf Jahre später von Songs From The Acid Folk gefolgt wurde. 

 Sonja & Stewart Copeland - 1982.    Image by © Lynn Goldsmith/Corbis © Corbis.  All Rights Reserved.


Sonja war von 1980 bis 1991 mit dem Police-Musiker Stewart Copeland verheiratet, mit dem sie zwei Söhne hat. 

Copeland adoptierte auch ihren Sohn aus einer früheren Beziehung. 

Sie lernte Copeland kennen, als er zunächst Road Manager und dann Schlagzeuger bei Curved Air (1974–1976) war. Nach Curved Air, grundete Stewart Copeland zusammen mit dem Sänger Sting und dem Gitarristen Andy Summers die legendäre Gruppe The Police.

 Das Paar ließ sich 1991 scheiden.

 Stewart Copeland

    Die E-Geige von Curved Air. (Darryl Way.) Und die Stimme von Sonja Kristina.
"Back Street Luv"


 Curved Air, 1970-71


 Curved Air, 1975



    Songs from the Acid Folk


 






17 Februar, 2023

Das Kscope-Label

 Unter den tragenden Säulen des Prog-Rock




Progressive Rock spielt auch im 21. Jahrhundert eine große Rolle. Das liegt u.a. an dem quirligen britischen Label Kscope, unter dessen Ägide einige Meilensteine ​​des Neo-Prog (oder, wie einige meinen, des Post-Progressive) erschienen sind.

      
 Giancarlo Erra und Nosound sind ebenso im Kscope-Katalog wie The Pineapple Thief 





Der Gründer und Leiter für Marketing und Vertrieb bei Kscope ist Johnny Wilks. In den späten 1990er Jahren gründete Wilks Kscope ausschließlich für Porcupine Tree. Bald aber nahm das in London ansässige Label auch außerhalb des künstlerischen Horizonts von Steven Wilson eine eigene Identität an. Ein wichtiger Schritt war die Entscheidung, The Pineapple Thief unter Vertrag zu nehmen. Kurz danach waren Anathema und Lunatic Soul an der Reihe... Es war 2008 und das Abenteuer hatte gerade erst begonnen.

Anscheinend ist der Name „Kscope“ eine Idee Wilsons, der dem Unternehmen lange als Musiker und Berater zur Verfügung blieb.

Die Beziehung zwischen Kscope und dem Porcupine Tree-Frontmann erreichte 2013 ihren Höhepunkt mit der Veröffentlichung von The Raven That Refused To Sing (And Other Stories), einem Album, das dem Label zum definitiven Wachstum verhalf.

"Grundsatz von Kscope ist es, jedem Künstler das Gefühl zu geben, Teil einer großen Familie zu sein. In so einer sozialen Stuktur spielen Gespräche und enge Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle“, sagt Johnny Wilks.

Strategien müssen individuell angewendet werden…

"...daher ändert sich unsere Arbeitsweise, je nachdem, ob das Produkt in die Sphäre des ‚Meditative Rock‘ – wie im Fall der Nordic Giants, einer noch relativ unbekannten Gruppe – oder ob es zu einem großen Prog-Tier wie Ian Anderson gehört. Es gibt im Übrigen auch Shooting Stars wie z.B. TesseracT, um die man sich kümmern muss".

Eine der Bands des Labels Kscope: TesseracT

(Acle Kahney [alle Instrumente] - Ashe O`Hara mal für zwei, drei Jahren und jetzt wieder Daniel Tompkins [Gesang] - Amos Williams [Bass] - Jay Postones [Schlagzeug]),

hier mit ihrem 2021 Album

   P o r t a l s


"Post-Progressive" ist der Name, den dasselbe Label für die musikalische Richtung gewählt hat, die es auszeichnet. 
Nach nur zehn Jahren seines Bestehens, gehörte Kscope bereits zu den Standards des progressiven Genres im 21. Jahrhundert. Und es ist heute – sagen viele Fans – einfach unersetzlich.




Hier einige Künstler, die über Kscope veröffentlicht haben: 

Giancarlo Erra (Nosound), Anathema, Mariusz Duda (Lunatic Soul), Gazpacho, Aviv Geffen (Blackfield, sein Projekt mit Steven Wilson), The Pineapple Thief mit Gavin Harrison, das russische Duo iamthemorning (d.h. Marjana Semkina und Gleb Kolyadin)...

Empyre, aus den Vereinigten Staaten: einer der neuesten Einkäufe von Kscope 






      Weitere Links

"Kscope Podcast" (auf Soundcloud): Hier die Folge mit den "Top 10 Steven Wilson Songs"



20 April, 2022

Deception Store, Radiotermin morgen

 

Morgen um 19:40 auf Radio Rai SüdTirol

Interview mit Marco Pantozzi von der Meraner Band Deception Store (Neoprog-Rock)


Deception Stores neues Album heißt Pindaric Flights 




Deception Store ist eine Rockband, die um Sänger und Komponist Marco Pantozzi gewachsen ist. Pindaric Flights (in etwa: "Fantasiereisen") bietet eine Reihe von Lieder, die mit gefühlvoller Stimme gesungen werden und mitunter sehr schön sind. Die Musik hat mehr als nur eine Prise Pink Floyd'sche Atmosphäre! Pindaric Flights schwingt zwischen sanfteren, melancholischen Liedermacher-Klängen (reichlich), Rock Epik (etwas), und 'ne Spur Seventies. Und Pantozzis Stimme klingt manchmal wie die Roger Waters! Dazu kommt, dass einige dieser Songs - wie "Close Your Eyes" - sehr an The Final Cut erinnern, Pink Floyds letztes Album mit Waters.

Mal schauen, wie     in das morgige Radiogespräch    die Präsentation dieses Werks gelingt! (21.04.2022 ab 19:40 Uhr.) Die Sendung trägt den Namen Radio Free Fall. (Blog und Podcast hier.)






Besetzung:

Marco Pantozzi - voice
Joe Chericati - piano and keyboards
Stefano Nicli - guitars
Teo Ederle - bass
Thomas Ebner - drums

Guests:

Roberta Staccuneddu – female voice
Mauro Lazzaretto – backing vocals

Tracks:

1. "Lifetime" 3:09
2. "I Do It My Way" 4:11
3. "One More Time" 3:43
4. "Rock-Star (Meteorite)" 3:10
5. "New Bad Day2 3:22
6. "Pindaric Flight" 7:37
7. "A New World2 3:46
8. "Timeline" 3:19
9. "Distant Lover" 2:13
10. "Close Your Eyes" 4:21
11. "Free" 1:16


Bonus Track: "E immagino se", das Variante auf Italienisch vom zweiten Track "I Do It My Way".




Das feine Artwork stammt von Gigi Cavalli Cocchi, bekannt unter anderem als Schlagzeuger von Mangala Vallis.


Die Platte kann man komplett auf Bandcamp 
hören und bestellen: 



28 März, 2022

Aus Italien: Quanah Parker - schön auch zu sehen, nicht nur zu hören

Die Band aus Venedig um Maestro Riccardo Scivales gibts schon seit 1981. Gegen Ende des Sommers kommt ein neues Quanah-Parker-Album.



    Hier sehen wir Quanah Parker mit der neuen Sängerin Meghi Moschino: "Sailor Song" (kurzer Auszug).  Das Lied ist inspiriert von Coleridges berühmter Ballade "The Rime of the Ancient Mariner" (dt.: "Ballade vom alten Seemann").


 

Die Meghi



Die italienische Progrock-Band Quanah Parker existiert seit 1981 und hat viele Shows gemacht - und wenige Platten veröffentlicht. Wenige aber gut!
Das Hirn hinter der Band, ein studierter Musiker, hat mehrere Bücher über Jazz verfasst... Siehe unten für einen Lebenslauf von Riccardo Scivales.



 




   Quanah Parker: Ein echtes Erlebnis.


Sie haben bis jetzt zwei Studio Releases und ein Live produziert: 

2012, Quanah!

2015, Suite degli Animali Fantastici

2019, A Big Francesco (live performance, dem verstorbenen Francesco di Giacomo von Banco gewidmet. CD, DVD) 

 





Über den Gründer der Band

Riccardo Scivales, ein echter Venezianer, ist Komponist, Pianist/Keyboarder, Klavierlehrer und Musikwissenschaftler. Er gilt als einer der international anerkanntesten Autoren von Musikbüchern und Transkriptoren von Stride-, Jazz- und Latin-Klaviersoli. 

Seine Begeisterung für den Progrock und für den Jazz stammt aus der frühen Jugend. Sein Idol war damals Yes-Keyboarder Rick Wakeman - um gleich danach den Stride (Stride Piano) zu entdecken, ein Solo-Klavierstil aus der Frühzeit des Jazz, der auf den Ragtime zurückgeht und auf Improvisation basiert.

Riccardo Scivales studierte klassisches Klavier, Schlagzeug und Musiktheorie, später Jazzklavier. Sein Studium der Musikgeschichte schloss er mit summa cum laude an der Universität Venezia ab. Die Dissertation, die er präsentierte, ging um den Stil des Harlem Stride Piano.

Er ist Autor mehrerer Jazz-, Latin- und Progressive-Rock-Klaviertranskriptionen, Etüden, Arrangements und Originalstücke, die in den renommierten US-Musikmagazinen Piano Today, Sheet Music Magazine, Keyboard Classics und The Piano Stylist & Jazz Workshop erschienen.

Nach seiner von der Kritik gefeierten und immer noch sehr gefragten Sammlung von Transkriptionen mit dem Titel Harlem Stride Piano Solos, die 1990 von Ekay Music in Bedford Hills (New York) veröffentlicht wurde, erschienen mehr als zwanzig weitere seiner Klavierlehrbücher, Sammlungen von Transkriptionen, Originalkompositionen und musikalischen Essays, die von Ekay Music und von Neil A. Kjos Music Comp., Soliloquy Music, EDT, Mela Music und Pizzicato veröffentlicht wurden. Seine neuesten Bücher – wie der Bestseller Jazz Piano: The Left Hand und die Sammlung Jazz Piano: Pieces To Grow On – wurden als Teil der renommierten Reihe Steinway Library of Piano Music veröffentlicht, die von Ekay Music / Steinway & Söhne herausgegeben wird. Scivales hat auch alle vierunddreißig italienischen Bände der pädagogischen Klavierreihe von Bastien (Neil A. Kjos Music Company) übersetzt und herausgegeben.

Einige von seinen "Classic Latin"-Songs wurden oft in Konzertprogrammen zusammen mit Werken von Piazzolla, Ginastera, de Falla, Rodrigo, Ponce, Gardel, Ellington, Gershwin, JS Bach, Schubert usw. aufgeführt.

Seine Band Quanah Parker war zunächst 1982 bis 1986 aktiv. Nach einer Pause von zwanzig Jahren, vereinte sich die Gruppe im Jahre 2006 wieder. Erst 2012 veröffentlichten sie ihr offizielles Debüt... Und seitdem gehts nur noch aufwärts mit dem Progrock-Ensemble.




Artikel von Becca Pulliam in The Syncopated Times: "Riccardo Scivales Transcribes the Stride Masters."






Das aktuelle Line-Up

Meghi Moschino: Vocals

Riccardo Scivales: Keyboards

Giovanni Pirrotta: Leadguitar

Paolo Ongaro: Drums

Alessandro Simeoni: Bass


   Nochmals die heutige Quanah-Parker-Band: das Stück heißt "Animale Multiforme" (Excerpt).  


06 Juni, 2020

Genesis, das erste Album. Wie alles begann

From Genesis To Revelation


Das Phänomen Genesis begann Mitte der 60er Jahre in der Charterhouse Public School (eine Privatschule), wo sich die beiden ursprünglichen Songschreiberteams Tony Banks / Peter Gabriel ("The Garden Wall") und Michael Rutherford / Anthony Phillips ("Anon") kennenlernten und miteinander zu arbeiten anfingen.
Damals war es nicht üblich, als "Public"-Schoolboy in einer Popgruppe zu spielen. Das allein galt schon als Auflehnung gegen die Schulautorität. 

Charterhouse School

In den Osterferien 1967 begaben sich Tony Banks, Mike Rutherford, Peter Gabriel und Anthony Phillips zum erstenmal in einer Aufnahmestudio, um ein Demoband zu produzieren. Ihre Stücke waren länger als das klassische 3-Minuten-Format und klangen alle irgendwie rockig, eingängig und doch ganz individuell.  




"Wir suchten nach einem Kontakt" erzählte später Banks, "und Jonathan King war ja nun auch ein ehemaliger Charterhouse-Student..."
King war 1965 von dem Internat ausgegangen und hatte eine erfolgreiche Musikkarriere begonnen ("Everyone's Gone To The Moon" erreichte die Top 5-Charts). Er fand die Songs hervorragend (v.a. für eine einfache Schulband) und produzierte zwei Singles und ein Konzeptalbum. Das Album trug den Titel From Genesis To Revelation.

 From Genesis To Revelation auf Amazon 

Als die Jungs das fertige Produkt hörten, waren sie wütend. King hatte einfache Arrangements mit Stimme+Gitarre oder Stimme+Klavier verlangt, während sie darauf bestanden, Orgel- und Gitarrensoli zu spielen. "Das hatten sie nicht besonders gut drauf" erklärte King. "Ich holte sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurück."



Noch während der Aufnahmen stieg Chris Stewart, der Drummer, aus (er blieb noch in der Charterhouse, während die anderen bereits ihren Abschluß hatten) und wurde von John Silver ersetzt.

    1968

Hört man sich das erste Album heute an, ist es schwer zu verstehen, wie man auf die Idee kommen kann, die Entstehung der Menschheit in zehn einfachen Popsongs wiederzugeben. Der biblische Titel der Platte und das schwarze Cover mit Goldbuchstaben veranlaßten die meisten Plattenläden dazu, From Genesis To Revelation in ihrem religiösen Sortiment verschwinden zu lassen. Verkaufte Exemplare: knapp 600. 
Doch diese erste Probe war ein Beweis dafür, dass alle Genesis-Musiker (zu jenem Zeitpunkt noch eine "unbenannte Band": eine Gruppe mit dem Namen "Genesis" gab's schon in den USA) ein enormes Potenzial hatten. Die Akustikgitarren von Phillips und Rutherford bildeten bereits das tragende Zentrum ihrer Musik, und Tony Banks lieferte bemerkenswerte Melodien.





Die traurige Seite der Popwelt
Der Fall Jonathan King / Operation 'Ravine'


Am 9. September 2015 vermeldete die Surrey Aufklärungseinheit zum Fall "Operation Ravine", dass auch Jonathan King und zwei seiner Freunde verhaftet wurden. Sie wurden aber schnell wieder entlassen (wohl gegen Kaution). Etliche Blätter hatten die Verhaftung der über 70-Jährigen als Schlagzeile, aber über die Entlassungen kam sozusagen nichts.

Die Operation, in deren Rahmen ein Pädophilen-Netzwerk ausgehoben werden sollte, bezog sich auf die Zeiten ab 1966.
Mit neuen Erkenntnissen rund um die gleichen Konstellationen von damals, aber deutlich, ganz deutlich unterschiedlich zu seiner tatsächlichen Verhaftung mit Gefängnis von 2001: Jon Ronson, "The Fall of a Pop Impresario." In: The Guardian (2002).

***

Aus dem Polizeibericht betreffend Operation Ravine, "an investigation conducted by Surrey Police beginning in 2014, and concluded with the unsuccessful prosecution of Kenneth George King (aka Jonathan King) in August 2018":

... sexual abuse relating to a significant number of victims and six designated suspects. (...) three suspects predeceased the investigation process, or its finalisation. This left allegations against two remaining suspects, namely Jonathan King and Christopher Denning.


The Walton Hop - eine beliebte und berühmte Young-Teen-Disco Ende der 60ger 
(Annonce: If you are between 8-12 show this to your parents and you'll get the first real Disco)

Aufgrund der neuen Erkenntnisse erklärte sich 2016 Chris Denning, populärer Radiomoderator, für schuldig diverser schwerer Übergriffe 1967-1987 (also 20 Jahre im Schatten der BBC) und wurde zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt.   


Last December, Chris Denning was jailed for 13 years at Southwark Crown Court, for sexually assaulting 24 boys – some as young as 10 years old – between 1967 and 1987.
Prosecutor Neil Moore said at the 73-year-old’s sentencing that some victims claimed they were abused up to 60 times, and that Denning found them at skateparks, youth centres and discos such as the Walton Hop.
Siehe auch: Der Fall Jimmy Savile

Die Zustände (insbesondere Wegsehen und Mitwissenschaft) müssen in einigen BBC-Bereichen 1965-1985 schon sehr krass gewesen sein. Anna Raccoon alias Susanne Nundy, eine angesehene Aktivistin (2017 gestorben), schrieb jahrelang darüber. The Walton Hop and Operation Ravine

 Jonathan King
 


Zum Vertiefen.
In Englisch: Article 'The Jonathan King Case' by John Stefan; Article translated from Dutch; OK Magazine, no. 88; December 2003


Andere Quellen: 
"The only apology I have is...." Robert Chalmers about Jonathan King. In: The Independent (2012) 
Jonathan King, seine Homepage 'King of Hits' (2006-20) - Falsche Beweise? False allegations? http://www.kingofhits.co.uk/

Weitere Schlüsselwörter: Operation Yewtree, Operation Arundel


16 Mai, 2020

50 Jahre King Crimson, 50 Jahre Prog. Happy Birthday, Mr. Robert Fripp!

Das in 10 Tagen aufgenommene und am 10. Oktober 1969 veröffentlichte Album In the Court of the Crimson King ist eines der musikalischen Werke, welche die britische Rockmusik definiert haben und eines der feinsten Debütplatten aller Zeiten. 

Nach wie vor überzeugt die organische Entwicklung der fünf Stücke. Alles, was Populäre Musik kennzeichnet, ist auf einzigartige Weise versammelt: Die schwarze Zukunftsvision des Hardrockers "21st Century Schizoid Man", der Übergang zur magischen Stimmung im idyllischen "Talk to the Wind" (ein Stück, das mit naiv und sorglos klingenden Flöten beginnt), das ergreifende, epische "Epitaph" (das in einer riesigen Mellotronwand explodiert), das versponnene und - besser gesagt - zweigeteilte "Moonchild" (mit einer Improvisation, die ziemlich rasch beendet), und der monumentale Schluss, das himmlische und z.T. bombastische "Court of the Crimson King". Alles fügt sich, die Stimme von Greg Lake, die Texte von Peter Sinfield (offizieller Lyriker von King Crimson in jener Zeit), die glanzvolle und tendenziell avantgardistische Musik der Anderen. 

Schlagzeuger Michael Giles, Multiinstrumentalist Ian McDonald und Gitarrist Robert Fripp setzten einen Meilenstein in der Rockgeschichte. Für viele gilt die Veröffentlichung dieses Albums als die echte Geburt des Progrocks





Alles geschah innerhalb 9-10 Monaten. Ein kurzes aber intensives Jahr, das mit der ersten Probe der Band am 13. Januar begann, dann Konzerten im Marquee Club, im Hyde Park zusammen mit den Rolling Stones, anschließend die Aufnahme und das Release der ersten Platte... gefolgt von der Auflösung der Besetzung gleich im Anschluss der ersten USA-Tour!

 Der Meister wird 74! Robert Fripp hier mit seiner Ehefrau, Schauspielerin und Sängerin Toyah Willcox


In the Court of the Crimson King erreichte Platz 5 in den englischen Charts und bekam sehr gute Kritiken. Die Presse feierte die Band teilweise schon als "the next Beatles". Aber während der Tournee, unter anderem mit den Rolling Stones, Iron Butterfly, Fleetwood Mac und Janis Joplin, erreichten die musikalischen Differenzen innerhalb der Gruppe ihren ersten Höhepunkt. Ian McDonald und Michael Giles waren mit der musikalischen Richtung unzufrieden. Fripp bot seinen Kollegen an, die Band zu verlassen, zumal er auch ein Angebot von Yes sowie vom späteren Journey-Drummer Aynsley Dunbar für die Gruppe Blue Whale hatte. Er entschloss sich aber dann doch zum Weitermachen. McDonald und Ian Giles waren also diejenige, die gehen mussten!

Das berühmte ITCOCK-Cover wurde übrigens vom Computer-Programmierer Barry Godber gemalt, der drei Monate nach dem Erscheinen von In the Court of the Crimson King einem Herzinfarkt erlag, mit 24. 




Drummer Bill Bruford nannte Robert Fripp (geboren 16. Mai 1946) einmal "eine Mischung aus Stalin, Mahatma Gandhi und de Sade". Ein guter Teil der langen Bandgeschichte, oder "des Biestes", wie Fripp sein eigentliches Geschöpf nennt, ist geprägt durch den ständigen Austausch von Mitgliedern. Allesamt Musiker, die vor oder nach ihrem Mitwirken bei der Fripps Ensemble mit bekannten Künstlern und Bands (Frank Zappa, Peter Gabriel, Yes, David Bowie und anderen) zusammengearbeitet haben.




Im Laufe ihres 50/51-jährigen Bestehens haben King Crimson immer wieder verschiedene, auch neu aufkommende Musikstile in ihr Musikkonzept eingepasst und sich gewandelt. Ihre Musik zeichnet sich durch eine große dynamische Bandbreite sowie vielfältige rhythmische Modelle aus. 

Das komplette King-Crimson-Material besteht aus 14 Studioalben (LPs), plus 2 EPs, und zusätzlich unzähligen Liveaufnahmen und Compilations. Das ist die Auflistung der Studioplatten:

1969 · In the Court of the Crimson King
1970 · In the Wake of Poseidon
1970 · Lizard
1971 · Islands
1973 · Larks’ Tongues in Aspic
1974 · Starless and Bible Black
1974 · Red
1981 · Discipline
1982 · Beat
1984 · Three of a Perfect Pair
1994 · VROOOM (EP)
1995 · Thrak
2000 · the ConstruKction of Light
2002 · Happy With What You Have To Be Happy With (EP)
2003 · The Power to Believe
2019 . The ReconstruKction of Light

Architekt der progressiven Klänge: Robert Fripp 

  


Fripp mag Jimi Hendrix, aber mehr noch Béla Bartók und Miles Davis...



Happy Birthmark, Robert! Thanks for your gift of music. 

26 März, 2020

60-minütige Audiokassette mit nur Progrock

"Ihr besitzt eine alte Kompaktkassette von 1 Std. Dauer. Eure Aufgabe ist, sie mit 4 Progressive-Rock-Songs aufzunehmen. Es soll sich also um etwa 15-Minuten-Songs oder -Suites handeln. Fertig? Los!"



Ach ja, die gute alte Analog-Zeit! Na gut. Diese Einladung auf einem Musikforum will Rockpolitrix gern annehmen. Also: 4 Prog-Suites. Wir möchten die bekannten Grössen vermeiden - z.B. Yes, Genesis, Pink Floyd - und "Neoprog" (oder "Neo-Progressive") mit älteren und nichtsdestoweniger hochqualitativen Sounds vereinen, und Experimentelles neben Symphonic Rock vorlegen. 
Anforderung sehr schnell gelöst:

1) Can - "Animal Waves". Dauer: 15:27
2) Porcupine Tree - "The Sky Moves Sideway (Phase 2)". Dauer: 15:09 (die letzte Minute des Liedes wird out-gefadet.)
3) The Residents - "Swastikas on Parade". Dauer:  17:46 (Or, as alternative: "Six Things to a Cycle". Dauer: 17:44)
4) Spock's Beard - "The Doorway". Dauer: 11:36

Can Porcupine Tree The Residents The Residents (alternative choice) Spock's Beard
***

05 August, 2018

Klassik, versetzt mit manchmal bluesiger, manchmal hart rockender, manchmal folkiger Gitarre: Procol Harum

Procol Harum 1972-1977

Als Robin Trower Procol Harum verliess, um in den USA eine Solokarriere zu starten, wurde er  durch den aus Birmingham stammende Beatmusiker David Ball ersetzt. Ausserdem kam Bassist Alan Cartwright als Entlastung für Chris Copping, da Copping mittlerweile auch die Orgel bediente.



Ball ist auf dem einzigen offiziellen Live-Album der Band Procol Harum Live - In Concert with the Edmonton Symphony Orchestra zu hören. Er verliess die Gruppe 1973 während der Aufnahmen zum Album Grand Hotel, um mit Long John Baldry aufzutreten. Sein Platz wurde von Mick Grabham übernommen, der Robin Trowers und auch David Balls Blues-Rock-Sound durch Anleihen aus Country und Folk ergänzte.



Grabham blieb bis 1977. Er wirkt also in vier Procol Harum-Alben mit: Grand Hotel, Exotic Birds and Fruit, Procol's Ninth und Something Magic


Mick Grabham... damals. 


Robin Trower (dessen ersten drei Alben von Matthew Fisher produziert wurden) arbeitete ab 1980 mit wechselnden Musikern, darunter Jack Bruce. In den USA war er mit seiner Band sehr erfolgreich. Trower beteiligte sich 1991 an der Wiedervereinigung von Procol Harum und wirkte auf dem Album The Prodigal Stranger mit. Im Anschluss daran konzentrierte er sich wieder auf seine Solokarriere.


Und David Bell ist am 1. April 2015 gestorben. Leider.


Exotic Birds and Fruit, 1974. Da fragt Gitarrist Grobham, gleich zum Anfang: "Is it on, Tommy?"






Something Magic, 1977: Ein weiteres Harum-Album (das zehnte) mit vielen schönen Songs und mit viel  Liebe zum Detail arrangiert. Nach dieser Platte und nach zehn erfolgreichen Jahren zusammen trennte sich die Gruppe für fast siebzehn Jahre! Die LP ging unter im allgemeinen Musikbusiness der späten 70er. Sie ist total unterbewertet. Der gleichlautende Titelsong als Einstieg ist ein starker Opener. Song 4 "The Mark of the Claw" ist ein echter Fetzer, aber wir von Rockpolitrix empfehlen ein weiteres, langes Stück: "The Worm and The Tree" (Tracks 6, 7 und 8).