Vor einer Shishabar in Atlanta, USA, eskalierte ein Streit zwischen zwei Gruppen von Menschen in eine Schießerei. Zwei starben. Darunter der gerade einmal 26-jährige King Von. Welcome to O'Block heißt sein letztes Album.
King Von. Dayvon Bennett war sein echter Name.
Der gebürtige Chicagoer war gerade dabei, sich einen Namen als Rapper zu machen. 2018 wurde er von dem Rapper Lil Durk unter Vertrag genommen und veröffentlichte über dessen Label 'Only the Family' seine erste Single "Crazy Story", mit der er seinen Durchbruch hatte. 2019 folgte dann sein erstes Album, Grandson, Vol. 1. In diesem Jahr brachte er sogar zwei weitere heraus – das Letztere (Welcome to O'Block, eben) erst vergangene Woche.
Obwohl er in Atlanta lebte, erzählten seine Lieder vor allem von seiner Geburtsstadt, von dem Strassenleben und seinem Wunsch, der Gangmentalität zu entkommen.
Praktisch konnte King Von in Chicago nicht mehr leben. Im Alter von 13 Jahren beging er die ersten Straftaten. Mit 16 wurde er zum ersten Mal festgenommen... Und das war für den Rapper nur der Beginn einer langen Reihe von rechtlichen Problemen.
"I love Atlanta because I can live there with no problems and shit, and that's where there are more rappers", erklärte er in einem Interview. "I like Chicago better though because I have my people out there, but the police know me too well in Chicago and there are people that don't like me."
Experimentierfreudigkeit zeigen TV On The Radio, die aus dem New Yorker Boheme-Quartier Williamsburg, Brooklyn - der aktuell fleißigsten Talentschmiede in der Popwelt - stammen. Sie einzuordnen ist schwierig: ihre Lieder reichen von bluesig bis rockig via Soul, Doo-Wop und Boogaloo; eine undefinierbare, avantgardistisch-aufregende Mischung der unterschiedlichsten Musikstile. Prog-Rock ist einer ihrer wichtigsten Einflüsse: Sänger Tunde Adebimpe erinnert irgendwie an den jungen Peter Gabriel, und die Konstruktkomplexität der Songs lässt den Classic-Prog-Fachmann an Gentle Giant denken. Tunde und Multi-Instrumentalist und Bandmitgründer Dave Andrew Sitek sind auch als bildende Künstler unterwegs. Zusammen wird gemalt, an Visuals gearbeitet (Dave ist Absolvent der Filmschule der N.Y. Universität) und eben auch Musik gemacht, was am Anfang aber noch eher Nebensache war. Nach der ersten EP-Veröffentlichung auf Touch & Go Records in 2003, wurde das Duo zum Trio (mit Kyp Malone, Gesang, Gitarren, Loops), und mittlerweile zum Quintett. Wem "normale" Popmusik zu langweilig oder zu doof ist, wird mit TV On The Radio gut bedient sein. Hinter den störrischen Zappel-Beats, rückwärts abgespielten Gitarren und dramatischen Hall-Effekten steckt viel pophistorischer Bezug (Family Stone, Love... Brian Eno... aber "auf keinem Fall die Beach Boys" unterstreicht Adebimpe). Kein Wunder dass David Bowie sie mag. Der "White Duke" hat auch bei den Backgroundvocals zum Stück "Province" im Album Return to Cookie Mountain mitgewirkt.
ELLIS PAUL (40) gilt in der amerikanischen Liedermacherszene als Ausnahmeerscheinung. Seine Musik, solo vorgetragen mit Akustikgitarre und Mundharmonika oder auch mal mit Klavier, schägt eine Brücke zwischen typischem Liedermacherstil, Folk, Country und Softrock. Bekannt wurde er durch seinen Soundtrack zum Kinofilm Shallow Hal mit Gwyneth Paltrow. Mit den Augen eines Malers für die Details und den Ohren eines Poeten für die Sprache beschreibt Ellis Paul liebevoll die Helden seiner melodischen Kurzgeschichten und haucht ihnen mit seiner außergewöhnlichen, charismatischen Stimme Leben ein. Sein 11. Album American Jukebox Fables klingt wie ein vertontes Road Movie mit Bildern und Geschichten von Menschen, die ihm entlang der endlosen Highways begegnen. Andere Stücke sind Reflektionen des Künstlers über seine eigene Identität.
Discographie:
2005: American Jukebox Fables 2003: Side of the Road (with Vance Gilbert) 2002: The Speed of Trees 2002: 3000 Miles 2001: Sweet Mistakes 2000: Live 1998: Translucent Soul 1995: A Carnival of Voices 1994: Stories 1993: Say Something 1989: Urban Folk Songs 1989: Am I Home
Der amerikanische Soulpionier Wilson Pickett, in den 60er Jahren durch den Hits "In the Midnight Hour" und "Mustang Sally" bekannt geworden, ist mit 64 Jahren gestorben.
Der schon seit längerem gesundheitlich angeschlagene Sänger habe einen tödlichen Herzinfarkt erlitten, teilte seine Agentenfirma gestern Nacht mit. Der Soul-Sänger, der scherzhaft "Wicked Pickett" (böser Pickett) genannt wurde, wurde im US-Staat Alabama geboren und sang dort zunächst Gospels in der Kirche. Als Jugendlicher in Detroit schloss er sich der Musikgruppe Falcons an, die 1962 mit "I Found a Love" ihren ersten Hit landete. Schon damals profilierte sich Pickett als Leadsänger. Ein Jahr später begann er seine erfolgreiche Solokarriere. Seinen größten Erfolg feierte er mit Songs wie "Mustang Sally" und "She’s Lookin’ Good", die Mitte der 60er Jahre die Platten-Charts stürmten. Auch seine Version des Beatles-Songs "Hey Jude" konnte sich 1969 unter den Top 20 behaupten. 1991 wurde Pickett gemeinsam mit The Byrds, John Lee Hooker und Tina Turner in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen. Im gleichen Jahr lebte der Soulsänger in dem Musikfilm The Commitments auf, ohne selbst eine Rolle zu bekleiden. (Der Streifen von Regisseur Alan Parker dreht sich um eine Gruppe junger irischer Musiker, die Pickett zu ihrem Idol machen und unbedingt mit ihm auftreten wollen.)
In den späteren Jahren seines Lebens fiel er wiederholt wegen Drogenmissbrauchs auf und kam mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. 1994 war er wegen Gewaltanwendung zeitweise im Gefängnis. Mit seinem letztes Album It’s Harder Now holte sich Wilson Pickett 1999 noch eine Grammy-Nominierung. Wegen zunehmender Herzprobleme hatte er Auftritte in Clubs vor einem Jahr aufgegeben.
Der sechsfache Vater soll nach Angaben der Los Angeles Times in Kentucky im Grab seiner Mutter beigesetzt werden.