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29 September, 2006

Jerry Lee Lewis: 'Last Man Standing'


Jerry Lee Lewis: Der Superstar des Rock 'N Roll war in jeder Beziehung ein "real wild child". Er spielte Piano mit Händen, Füßen, Ellebogen und Gesäß und zündetete sein Instrument bisweilen auch schon einmal an. Außerdem hatte er eine Vorliebe für Whisky und allzujunge Mädchen. Das ganze Gehabe rechtfertigte er mit einzigartigem boogierollenden Pianorock. Seine angenehme Stimme treibt er dabei oft sanft und leise in die Höhe, wie eine Katze, bevor er dann wieder richtig wild wird.

50 Jahre nach seinem ersten Hit "Whole Lotta Shakin' Goin’ On" (Sun Records) ist JLL, jetzt 70, aktiv wie je und eh. Die 21 Songs in Last Man Standing sind echte Klassiker, und sie werden im Duett mit dem Who's who der Rock-, Country- und R&B-Musik vorgetragen: Jimmy Page, B.B. King, Bruce Springsteen, Mick Jagger & Ronnie Wood, Neil Young, Robbie Robertson, John Fogerty, Keith Richards, Ringo Starr, Merle Haggard, Kid Rock, Rod Stewart, George Jones, Willie Nelson, Toby Keith, Eric Clapton, Little Richard, Delaney Bramlett, Buddy Guy, Don Henley, Kris Kristofferson.



Ein Muss!

14 Mai, 2006

Neil Young - Living With War

Zur Zeit spielen die jungen dynamischen DJs vieler US-Radiosender Neil Young's "Looking For A Leader" rauf und runter - entgegen aller Prognosen über das Verhalten der Medien im Mainstream-Amerika.
Neil Young rocks! Er singt gegen den Irak-Krieg, und seine Meinung über George W. Bush tut er mit deutlichen Worten kund: "Let's Impeach The President" ("Entlasst den Präsidenten") und "Looking For A Leader" ("Auf der Suche nach einem Leader") lassen auch nicht die Spur einer Zweideutigeit zu. Dennoch hat Young nicht einfach ein Alt-68er-Agitprop-Rock-Album gemacht - und genau das ist bei aller textlichen und musikalischen Schlichtheit sein großes Kunststück. "Living With War" langweilt nicht mit Platitüden. Dieser schnörkellose Rock reißt mit, auch wenn der Mann schon 60 Jahre alt ist.



Der alte kanadische Haudegen hat die Zeitläufte schon seit jeher musikalisch begleitet - und dabei häufig seine politische Position geändert: 1970 stellte er sich mit dem Song "Ohio" über eine Studentenrevolte jener Tage gegen die repressive Gewalt der Nixon-Regierung. Den Fall des Eisernen Vorhangs kommentierte er mit mit der Freiheitshymne "Rocking In The Free World". Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 betätigte er sich mit dem Song "Let's Roll" dann als zornigen Patrioten und unterstützte den Krieg gegen den Terror.

Und jetzt sein neues Album Living With War fordert die Bush-Administration heraus - mit verzerrten - overdriven - Gitarren und rabiösen Lyrics.

Schon bei der Präsentation von Greendale sagte der Altbarde:
"Lasst meine Lieder für sich selbst sprechen. Ich habe zu jedem Thema zwei bis drei Meinungen. Mich da festzunageln, wäre, wie wenn man nur eine isolierte Zeile aus einem Song zitieren würde". Und so spielte er in den Greendale-Konzerte das eher unbekannte "War Of Man" über das Schicksal der Tiere im Krieg, eine grossartige Parabel.
Es folgte dann das melancholisch-ruhige Album Prairie Wind. Jetzt aber heisst es wieder bei ihm: Klartext singen mit Garagenrock-Sound gegen die Macht. Neil Young hat Mut. Und das ist durchaus anerkennenswert.
"Let's Impeach The President!"




Neil Young Comes A Time - Homepage (E)